Versorgungsabgaben selbstständige Mitglieder

Die Versorgungsabgabe für selbstständige Mitglieder (§ 22)

Die allgemeine Versorgungsabgabe für Ärztinnen und Ärzte beträgt gemäß § 22 Abs. 1 14 v. H. der aus ärztlicher Tätigkeit erzielten Einkünfte (Einnahmen abzüglich Betriebskosten). Zum Zwecke der Veranlagung haben die Mitglieder jährlich den letzten Einkommensteuerbescheid vorzulegen. (§ 22 Abs. 4), es sei denn sie zahlen eine Versorgungsabgabe mindestens in Höhe des 1,1-Fachen der durchschnittlichen Versorgungsabgabe.


a) Pflichtabgabe (1,3-Fache der durchschnittlichen Versorgungsabgabe)
Wenn kein Einkommensteuerbescheid vorgelegt wird, ist standardmäßig das 1,3-Fache der durchschnittlichen Versorgungsabgabe des vorletzten Geschäftsjahres (Pflichtabgabe) zu entrichten. Die Pflichtabgabe entspricht dem höchstmöglichen Beitrag, der in der Grundversorgung nach § 22 Abs. 2 eingezahlt werden kann.

Die Pflichtabgabe beträgt für das Jahr 2021:

19.500,00
€/Jahr 

1.625,00
/Monat

Auf formlosen Antrag hin kann die Versorgungsabgabe jederzeit auf das 1,2- oder 1,1-Fache reduziert werden. Auch in diesen Fällen erfolgt keine Einkommensüberprüfung, sodass auf die Vorlage des Einkommensteuerbescheides verzichtet werden kann. Wird der Einkommensteuerbescheid vorgelegt, und die Einkünfte aus ärztlicher Tätigkeit unterschreiten im Jahr 2021 117.857 Euro, sind 14 Prozent der Einkünfte als Versorgungsabgabe zu entrichten.
 
b) Versorgungsabgabe bei Neuniederlassungen

Bei Nichtvorlage des Einkommensteuerbescheides gibt es gemäß § 23 Abs. 4 der Satzung eine Ausnahme von der Zahlung der Pflichtabgabe. Diese Ausnahme gilt für neu niedergelassene Mitglieder. Diese sind berechtigt, im Jahr der Niederlassung und im darauffolgenden Geschäftsjahr lediglich die Mindestabgabe zu leisten.

Die Mindestabgabe beträgt für das Jahr 2021:

4.500,00 €/Jahr

375,00 €/Monat

Auch dieser Personenkreis kann eine Versorgungsabgabe leisten, die niedriger als die Mindestabgabe ist. Dazu ist es allerdings erforderlich, dass der Einkommensteuerbescheid vorgelegt wird. Weist der Einkommensteuerbescheid einen Verlust bzw. Einkünfte aus ärztlicher Tätigkeit aus, die im Jahr 2021 niedriger als 32.143 € sind, kann die Versorgungsabgabe unter die Mindestabgabe, unter Umständen bis auf null Euro abgesenkt werden.

In diesem Zusammenhang muss aber darauf hingewiesen werden, dass es in der Gründungsphase einer Praxis zwar eine willkommene finanzielle Erleichterung bedeuten kann, die Versorgungsabgaben bis auf ein Minimum abzusenken, dieser Schritt aber mit einer mehr oder weniger großen Absenkung der Alters-, Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenrentenanwartschaft verbunden ist. Bitte wenden Sie sich zwecks Beratung an die Mitgliederabteilung der Ärzteversorgung.
 
c) Freiwillige Aufstockung der Versorgungsabgaben
Jedes selbstständig tätige Mitglied ist berechtigt, Versorgungsabgaben bis zur Höhe von 19.500,00 Euro jährlich zu entrichten. Dadurch wird eine höhere Alters-, Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenrentenanwartschaft erworben.

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